Born to Climb – Wenn das Leben wie eine Bergetappe der Tour de France beginnt

Ein Blick auf den enormen Energiebedarf in der Neonatologie
Wenn man an die Tour de France denkt, kommen einem sofort durchtrainierte Körper, atemberaubende Leistungen – und riesige Kalorienmengen in den Sinn. Bis zu 9000 Kilokalorien pro Tag verbrauchen die Radprofis während der härtesten Etappen. Das entspricht in etwa 100–110 kcal pro Kilogramm Körpergewicht.
Doch was viele nicht wissen: Frühgeborene Kinder auf der Intensivstation (NICU) haben einen noch höheren Energiebedarf – oft 120 bis 140 kcal/kg/Tag, also rund 25 % mehr als ein Tour-de-France-Fahrer.
Dieser beeindruckende Vergleich stammt vom britischen Neonatologen Prof. Nicholas Embleton, der seit Jahren zur Ernährung und Gehirnentwicklung bei Frühgeborenen forscht. Für einen Vortrag visualisierte er den Zusammenhang mit Hilfe des Radprofis Egan Bernal – und machte deutlich: Frühgeborene leisten Erstaunliches, auch wenn sie dabei kaum sichtbar „trainieren".

Born to climb – Egan Bernal (winner Tour de France 2019) vs. preterm infant in the NICU | © Nick Embleton 2024
Warum der hohe Bedarf? – Die Rolle des Gehirns
Das menschliche Gehirn ist ein Energieriese. Bereits bei Termingeborenen macht das Gehirn rund 50 % des Gesamtenergieverbrauchs aus. In der frühen Kindheit steigt dieser Anteil sogar auf 60–80 %, um in der Erwachsenenzeit auf ca. 20 % zu sinken (Kuzawa et al., 2014).
Bei Frühgeborenen ist der Anteil schwer zu messen – viele Studien sind aufgrund ethischer und technischer Grenzen auf Schätzungen angewiesen. Dennoch ist klar: Ein signifikanter Anteil der aufgenommenen Energie fliesst ins Gehirn, das in dieser Phase besonders schnell wächst und strukturiert wird.

«Preterm infants may look small and still, but their bodies are working harder than a Tour de France cyclist — especially their brains.»
PROF. NICHOLAS EMBLETON,
NEONATAL PAEDIATRICIAN, UK
Kalorien mit Konsequenzen: Warum adäquate Ernährung entscheidend ist
Ein zu geringer Energieinput in den ersten Lebenswochen kann die Hirnentwicklung negativ beeinflussen – mit möglichen Langzeitfolgen für Kognition, Motorik und emotionales Erleben. Prof. Embleton betont in einer aktuellen Übersicht der ESPGHAN-Arbeitsgruppe (Embleton et al., 2023), dass der tägliche Energiebedarf bei Frühgeborenen nicht unterschätzt werden darf – besonders in den ersten Wochen und Monaten.
miles4amiamusica – Bewegung für die, die (noch) nicht selber laufen können
Mit unserer Aktion miles4amiamusica setzen wir ein Zeichen für diese unsichtbare Leistung. Wir sammeln Kilometer – zu Fuss, mit dem Rad, schwimmend oder skatend – und unterstützen damit die Musiktherapie für Frühgeborene, denn insbesondere Musik ist Nahrung fürs Gehirn.
2025 möchten wir bis zum 30. September insgesamt CHF 25’000 an Spenden sammeln – als sichtbares Zeichen für die enorme Energie, die diese kleinen Kämpferinnen und Kämpfer jeden Tag aufbringen. Der Höhepunkt: Ein Ride am 13.09.2025 am Zürcher Frühgeborenenfest – in neuen amiamusica-Trikots und tollen T-Shirts für Kinder im neuen amiamusica Design.
Denn manchmal brauchen sie mehr als nur Kalorien: Zuwendung, Musik, Verbindung – und unsere gemeinsame Unterstützung.
Hilf mit, jede Spende macht einen Unterschied – für die Musik, für die Kleinsten, für das Leben!
Mit der Spendenaktion 20205 wollen wir Fördergelder einfahren,
- um Songs des Oktopus-Liederbuchs zu vertonen
- um eine Gesundheits-App für/mit betroffene/n Eltern zu entwickeln (RESONATE)
- Eltern-Kind-Musik-Gruppen aufzubauen (neues Vorhaben, Details folgen).
Sie werden zur Spendenplattform von StiftungSchweiz weitergeleitet.











































