«Musik heilt!»

In diesem Blog geht es um die Liebe zur Musik. Arta und Florian vom klassischen Duo Arnicans schreiben darüber, was Musik und Wiegenlieder für sie bedeuten. Was sie seit der Geburt ihres Sohnes mit der Klinik für Neonatologie am UniversitätsSpital Zürich verbindet. Und sie stellen ihr Benefizkonzert «Grosse Klänge für die Kleinsten» am 17. März 2018 und die dazugehörige CD vor, deren Erlös zu Gunsten der Stiftung für Neonatologie Zürich geht.

Erinnerst du dich?

Erinnerst du dich an das Abendlied? An die Stimme, die Dich als Kind in den Schlaf sang? Wiegenlieder lassen den Tag ausklingen, der für ein Kind so lang und spannend ist. Wenn Du selbst ein Wiegenlied singst, ist es wieder ein anderes, aber ebenso emotionales und verbindendes Erlebnis.

«Als die alte Mutter mich noch lehrte singen,
Tränen in den Wimpern gar so oft ihr hingen.
Jetzt, wo ich die Kleinen selber üb‘ im Sange,
rieselt’s in den Bart oft, rieselt’s oft von der braunen Wange.»

Adolf Heyduk, Text für die «Melodie» von Antonin Dvorak

Musik heilt!

Musik begleitet die wichtigsten Momente des Lebens. Schon vor der Geburt spielen Klänge eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Babys. Musiktherapie hat besonders für Frühgeborene einen wohltuenden Einfluss, da die heilende und beruhigende Wirkung nachhaltige Auswirkungen für die weitere Entwicklung des Kindes hat. Von der heilenden Kraft der Musik sind wir überzeugt.

Unsere Erfahrungen mit dem Singen und mit Wiegenliedern haben uns zu einem Lieder-Programm inspiriert. Es besteht aus instrumentalen Originalwerken bzw. Bearbeitungen und soll die wichtigsten menschlichen Emotionen widerspiegeln. Die ersten musikalischen Eindrücke eines Kindes werden durch die Stimme und den Gesang geprägt. Wir haben uns daher für Lieder entschieden, bei denen unsere Instrumente die Lieder singen und Geschichten erzählen. Das Programm könnte den Tag im Leben eines Kindes oder sogar den ganzen Lebensweg symbolisieren.

Musik und Leben als musikalische Reise

Unsere musikalische Reise beginnt an einem sonnigen Morgen, der durch das strahlende «Chanson de Matin» von Edward Elgar Sonnenschein und erfüllendes Glück verpüren lässt! Wie ein Tages- oder Lebensabschnitt verbindet die Energie des Glücks die Stücke bis zur «Elegie» von Jules Massenet. Im letzten beruhigenden Abschnitt des Programms reisen wir in die Welt der Wiegenlieder verschiedenster Kulturen. Übrigens wurde das «Wiegenlied für einen beweglichen Jungen» des Lettischen Komponists Jānis Ķepītis dem Grossvater von Arta gewidmet. Das Volkslied «Aijā, žūžū Bärenjunge» ist vermutlich das bekannteste Wiegendlied in Lettland und ertönt in einer Klavierbearbeitung von Jāzeps Vītols. Mit dem wunderbaren Wiegenlied von Johannes Brahms «Guten Abend, gute Nacht» und einem Epilog, dem »Chanson de Nuit» von Edward Elgar, schliessen wir den Liederkreis: Eine musikalische Reise der Emotionen, die uns Menschen in der ganzen Welt verbinden.

Musik und Konzert für Eltern mit ähnlichen Erfahrungen

Unsere Musik soll Erfahrungen und Gefühle zum Ausdruck zu bringen, die wir als Eltern mit unserem Sohn erleben. Und unsere Musik soll Eltern helfen, die ähnliche Erfahrungen erlebt haben.

Wir möchten Euch herzlich zu unserem Benefizkonzert am Samstag, den 17.03.18 um 17:00 in der Kirche Oberstrass in Zürich einladen. Für Familien gibt es gratis Kinderbetreuung. Anschliessend findet ein Apéro und signierter CD-Verkauf statt. Wir freuen uns auf Euch!

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By |2018-03-04T19:49:03+00:00März 4th, 2018|Categories: Eltern-Kolumne, Wiegenlieder|Tags: , , , , , , |4 Comments

About the Author:

Arta Arnicane
Pianistin aus Riga, die einer Musikerfamilie entstammt und seit ihrem 4. Lebensjahr Klavier spielt. Zusammen mit ihrem Mann, dem Cellisten Florian Arnicans, überzeugt von der heilenden Kraft der Musik, engagieren sich daher musikalisch für die Stiftung für Neonatologie, Zürich.

4 Comments

  1. Carmen Herzog 6. März 2018 at 17:11 - Reply

    Schon jetzt bin ich gespannt auf euer Konzert & freue mich!

  2. Arta Arnicane 6. März 2018 at 20:41 - Reply

    Das freut uns so sehr zu hören! Bis ganz bald!!

  3. […] «Musik heilt!» März 4th, 2018 […]

  4. Claudia Sommerauer 15. Juni 2018 at 13:15 - Reply

    Ich habe mit meinem Sohn schon vor seiner Geburt gesungen und ich sage bewußt: ich habe schon vor der Geburt MIT ihm gesungen, weil ich mit meinen Gedanken, mit meinen Wörtern, die ich gesungen oder singend für ihn improvisiert habe, dem Rhythmus, in dem ich ihn dabei in mir gewiegt habe, durch meinen Körper hindurch eine innige Verbindung mit ihm hatte. Natürlich habe ich weiter mit ihm gesungen, v.a. am Abend. „Schlaf mein Kindchen, schlaf ein Weilchen, Bajuschki Baju“ war ein Lieblingslied. Ich habe es je nach Situation und wie der Tag gewesen war umgedichtet oder auf ganz schlichte Weise auf Simon umgeschrieben. Z.B. „Schlaf mein Simon, …“

    Noch Jahre später, da war er schon ein Schulkind, sagte er, wenn er Schmerzen hatte: „Mama, sing Bajuschki Baju.“ Und die Verbindung von Berührung, im Arm halten, die wohlvertrauten Worte und die wohlvertraute Melodie zu hören, ließ die Schmerzen zuverlässig geringer werden bis ganz verschwinden.

    Ja, Musik heilt und festigt das Herzensband zwischen Mutter und Kind, Vater und Kind.
    Ich erlebe es in meiner Arbeit auf der Neonatologie als besonders hilfreich und heilsam für die Väter, wie sie erleben können, wie durch Singen, Summen, Tönen, ihre Bindung und Beziehung zu ihrem kleinen Kindchen entstehen , erfahren und sich festigen kann.

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